Platten-Tektonik ist Expansions-Tektonik
Die Tektonik aufsteigender Berge und
wachsender Kontinentalplatten
Karl W. Luckert
Professor emeritus at
Portland, Oregon, USA
e-mail: kwluckert@msn.com
Abhandlung zur Konferenz „Erdexpansion: Eine Theorie auf dem
Prüfstand“
im Bergbau- und Industrie-Museum
Ostbayern zu Theuern, Oberpfalz. 24. - 25. Mai, 2003
Organisator: Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Jacob, Technische
Universität Berlin
Fettgedrucktes bezeichnet das VideoSkript. Dünngedrucktes ist von
ähnlicher
Wichtigkeit, auch wenn dafür kein Raum im Video war.
Ein herzliches Dankeschön dem Professor Karl-Heinz Jacob, für positive wissenschaftliche
Anregungen und seine freundliche
Auswanderer-Deutsch Nachhilfe, sowie
für Sabine, Bernd, und Julian Luckert, die beim Korrekturlesen geholfen haben.
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Abstrakt: Verschiedene Erkenntnisse
der populären Plattentektonik werden hier vorweg als grundlegend anerkannt. Die
Kruste unseres Planeten erscheint in mehrere Stücke oder „Platten“ aufgeteilt.
Unter stetiger Zugabe von frisch aufquellendem Magma wachsen die Platten den
sie umrandenden Bruchlinien oder Dehnspalten entlang. Vom Meerwasser gekühlt
erstarrt das Magma und bildet so die ansätzlichen Krustenstreifen.
An diesem Punkt theorethischer Verbildlichung scheiden
sich die tektonischen Theorien. Die Mehrheit der Plattentektoniker glauben,
dass die Erde ihre gleiche Grösse beibehalten hat und dass für jeden weiteren
Streifen von neuem Ozeanboden eine entsprechende Breite sich den kontinentalen
Küstenlinien entlang, oder sonstwo im weiten Meer, in die Tiefe versenkt. Um
sich die schwierig abgewinkelte Unterstossung der Ozeanböden den Küsten entlang
besser vorstellen zu können, postulieren diese Forscher dann einen
Subduktions-Vorgang der von Magma Kreisläufen im Mantel in Bewegung gehalten
wird.
Die Gegenwart tektonischer Platten und Dehnspalten, sowie
die Erweiterung von Oceanböden, lassen
sich jedoch mit Hilfe von einer allgemeinen Erdausdehnungs-theorie leichter
erklären. Die Ozeane erweitern sich, die Entfernungen zwischen den Kontinenten
werden grösser, und der Planet wächst. Meine Abhandlung schliesst sich deshalb
den auf die Expansion hin orientierten Varianten der Plattentektonik an.
Argumente für die Erdexpansion zerteilen sich wiederum in
verschiedene Richtungen. Erstens gibt es da eine Reihe von Argumente, welche
sich mit physikalischen Theorien beschäftigen mit deren Hilfe man sich eine
Erklärung über die Zunahme der Erd-Masse oder dem Volumen erhofft. Solche
Argumente erlauben uns die Erdausdehnung stofflich, aber nicht unbedingt
tektonisch zu erklären. Ich persönlich beurteile die Forderung, dass eine
glaubhafte Erdexpansions-Theorie zuerst die physikalischen Eigenschaften der
Materie erklären muss, nur als eine bremsende Überlast die von den
Expansionisten erwartet wird, welche aber von den fordernden Personen, im Bezug
auf ihr strömendes Magma im Mantel, selber nicht erfüllt werden kann. Diese
Forderung dient, meines Erachtens, zur Ablenkung vom „tektonischen“ Denken. Ich
beschränke mich absichtlich auf tektonische Phänomene, welche sich uns
oberflächlich als erfassbare Strukturen darbieten. Genau so wie die Astronomie
des Nikolas Kopernikus reine strukturelle oder „tektonische“ Astronomie war,
und wie diese die Substanz des Universums nicht zu berühren wusste, so dürfte
es auch heute möglich sein, die Eredexpansion zuerst einmal tektonisch zu
erfassen.
Unter den tektonischen Erdexpansions-Theorien gibt es
widerum verschiedene hypothetische Lokalisierungen für die Ur-Kontinente. Diese
Verschiedenheiten beziehen sich meistens auf die Kontinente Australien und
Antarktis. Erdexpansionisten die sich noch im Rückenwind von Wegener befinden
projektieren auf ihren reduzierten Globen meist das Australien in den
Nord-Pazifik hinein und die Antarktis in den Süd-Pazifik. Die Rundung der
Antarktis, weil sie eben mal annähernd „rund“ ist, versuchen sie in der Bucht
von Australien unterzubringen.
Dieser heutzutage „fast etablierten“ Lösung kann ich
allerdings nicht zustimmen, weil, erstens, die Rundung der Antarktis fuer die
australische Bucht zu gross ist und, zweitens, weil fuer die Wegenerische
Zusammenfügung, im Paleozän und im Eozän, keine kontinentalen Einheiten mit
zäh-zusammenhängenden Unterlagen zugegen gewesen wären, welche mit irgend einem
Anhalt diese beiden Kontinente hätten auseinander reissen können. Unsere
Kontinente wurden nicht als freie Vagabunden irgendwie zum Wandern geboren, so
wie Wegener mit wenig Wissen über Ozeanböden sich diese noch vorstellte—oder
wie viele Mitläufer der heutigen Plattentektonik sie immer noch gerne in ihren
Pangäa-Puzzles herumbewegen wollen. Es ist eher so, dass auf der expandierenden Sphäre die Ränder der
noch schlafenden Kontinente, unten an der Erdkruste, schon während der
vorkambrischen Periode durch die Erdausdehnung vorgeschwächt wurden. Um
horizontales Reissen auf der expandierenden Sphäre zu bekommen, mussten
zäh-zusammenhängende Unterschichten besiegt werden.
Meine hier angebotene Theorie versucht die Antarktis, mit
ihrer ganzen tektonischen Platte, aus dem Pazifik her abzuleiten. Dazu wird
auch eine ursprüngliche Verbindung zwischen dem Kap von Südamerika und der
Bucht von Australien postuliert. Die jetztzeitigen Zusammenhänge der Kontinente
im Norden und ihre erweiteten Abstände im Süden, samt der magnetisch
begründeten Datierung von Ozeanböden im Pazifik und im südlichen Ozean, den
Randmeeren Ost-Asiens entlang, sowie im östlichen Indik, weisen zusammen auf
das hier dargebotene Ergebnis hin.
Was die grossen kontinentalen Rand-Gebirge anbetrifft, so
hat die populäre Plattentektonik immer versucht deren Hochhebung mit ihrer
mutmasslichen Subduktion von Ozeanböden zu erklären. Mit einer handvoll Kitt
und einem Gummi-Ballon—welche beide als Prüfkörper gedacht sind—werde ich die
Entstehung der Gebirge den Kontinental-Rändern entlang vorführen, mit Hilfe von
sphärischer Ausdehnung und ohne Subduktion.
Erster Teil
An der populären Platten-Tektonik vorbei
zur Hochhebung der Berge
Die Geschehnisse von denen hier
berichtet wird übertreffen alle Geschichten, die wir in den letzten Jahrzehnten
über Meteoreinschläge auf unserem Planeten oder über andere Naturkatastrofen
aus der Vorzeit gelesen haben mögen. Das Aufreissen der Ozeane zwischen unseren
Kontinenten, das Aufsteigen der Gebirge und der große Bruch des aus Kontinenten
bestehenden Erdgürtels während des Eozäns sind schöpferische Ereignisse, die in
den Dehnungsspuren der Erdkruste nachgelesen werden können. Und das alles kann
erklärt werden ohne die riskante Subduktions-Hypothese der populären
Platten-Tektonik, mit ihren Magmakreisläufen im Mantel, bemühen zu müssen.
Wenn im Jahre 1979 ein nach Pangäa hin
orientierter Paläontologe mich dazu herausforderte meinen ersten Paläo-globus
zu konstruieren, da wußte ich noch nichts über Alfred Wegener—auch noch nichts
über die Tatsache, dass verschiedene Leute schon vor mir solche Erdmodelle angefertigt
haben. Paläomodelle vom Planeten Erde wurden produziert, haupsächlich um die
Möglichkeit zu erforschen, ob die Konturen der Kontinente über dem Atlantik
“draußen” eventuell auch noch zueinander passen.
Die parallelen Konturen des Atlantik wurden schon im
Jahre 1596 von dem Kartenzeichner Abraham Ortelius bemerkt. Die Möglichkeit
besteht, dass schon dieser Mann vom Herstellen eines Paläoglobus geträumt hat.
Doch natürlich waren seine Karten noch nicht gut genug für solch ein
Unternehmen.
Paläogloben stellen nicht die einzigen Mittel dar mit
denen man für die Ausdehnung unseres Planeten argumentieren kann. Für jedes Argument gibt es Sachverhalte die
von der Opposition her definiert werden. Meine Gegenüberstehenden oder
Andersdenkenden sind überzeugt, dass es tektonische Platten gibt. Ich bin das
auch und darüber hinaus benutze ich empirische Daten, die von eifrigen
Platten-Tektonikern gesammelt wurden. Diese Leute glauben auch, dass es
Dehnspalten gibt, die dem sich ausweitenden Ozeanboden entlang laufen. Ich
glaube auch dies, obwohl ich nebenan davon überzeugt bin, dass sich die Ozeane
besser verstehen ließen, wenn man ihre Böden positiv, als Ankrustungen
wachsender Kontinente, bewerten würde. Zudem würden die meisten der
Gegenüber-stehenden gerne auf einem ewig festen Planeten wohnen. Ich würde dies
auch bevorzugen. Doch leider ist es nicht in meiner Macht solch einen Wunsch zu
erfüllen. Die Erde tut eben was die Erde tut. Die Platten-Tektoniker arbeiten
im Schatten von Alfred Wegener, und Wegener arbeitete unter einem Schatten
worüber weder er noch seine Nachfolger genügend nachgedacht haben.
Die Kontinente dem Alfred Wegener gemäß
Alfred Wegener hat im Jahre 1915
erstmals sein Buch über Die Entstehung
der Kontinente und Ozeane veröffentlicht. Darin hat er dargelegt, wie die
Kontinente aus ihrem Pangäa-Zusammensein hervor- und auseinandergingen. Seine
Gedanken prallten auf allgemeinen Widerstand; doch mit der Zeit wurde die
Möglichkeit, dass Kontinente wandern, allgemein gebilligt.
Wenn dann, seit dem Zweiten Weltkrieg,
die amerikanische Initiative alle Ozeane der Welt zu erforschen zu
überraschenden Entdeckungen führte, da haben die seefahrenden
Erdwissenschaftler auf die Theorie von Alfred Wegener zurückgegriffen. Sie
verbanden seine Annahmen über “wandernde Kontinente” mit ihren neuen
Entdeckungen betreffs tektonischer Platten, weltweiten Dehnspalten und
symmetrisch-magnetischen Streifen samt Chronologie. Sie gaben dieser
Kombination einen Zusammenhalt, indem sie noch die Unterschiebung von
Ozeanböden zusammen mit Konvektionsströmungen im Mantel hinzufügten. In der
Begeisterung über die neuen Entdeckungen schwelgend und unter der Ägide der
Natur-wissenschaften stehend, merkte man im Allgemeinen nicht, wie Wegener
selbst, sowie seine neu-zeitigen Anhänger noch unter einer Wolke alter
Mythologie sich abmühten.
Natürlich beweist dieses Faktum an sich nicht, dass sie
alle falsch dran sind. Sicherlich enthält die alte Mythologie manches Richtige.
Doch dürfte diese Erkenntnis ein Anlaß zur vorsichtigen historischen
Überprüfung des Stoffes sein.
Es sind zwei mythische Konzepte, die im
Schatten von Alfred Wegener den Studierenden der Platten-Tektonik immer noch
zum Verhängnis werden. Zum ersten ist da das “zentralgelegene Land” vom
Weltmeer umgeben, und zweitens gibt es da noch das “Meer in der Mitte.” Wegener
lebte unter dem Einfluß von Beiden.
Alte mesopotamische Landbewohner sahen
ihr All-Land (Pangäa) als zentral gelegen an. Es wurde von Flüssen bewässert
und war umrandet vom grenzenlosen und meist unbekannten Weltmeer.
Die Heimatländer der Handelsleute, die
das Mittelmeer durchkreutzten und sich an dessen Küsten klammerten, waren alle
schön um dieses Zentrum herum gelegen. Ihr “mittleres Meer” ersetzte die
Zentralität der Flüsse Euphrat, Tigris und Nil. Weiter außerhalb in dieser
Geografie, hinter den ihnen bekannten Ländern, glaubte man immer noch umrandet
zu sein vom Weltmeer des nah-östlichen Altertums. Das gesammte geografische
Modell, zusammengestellt vom umrandenden Weltmeer und dem Meer-der-Mitte, wurde
im westlichen Bewußtsein zu einem etablierten Urbild.
Als Alfred Wegener die sich anpassenden
Küstenlinien des Atlantik ansah, brachte er in seinem modernen Weltmodell all
die Lande zurück, die von ihrer Ur-Einheit “Pangäa” aus abgewandert zu sein
schienen. Die Vorstellung von Wegener, von einem All-Land “Pangäa” war nicht
unbedingt eine schlechte Idee. Wenn es nicht von Anfang an von dem
halbmythischen Weltmeer “Panthalassa” umschwemmt worden wäre, hätte dieses
Konzept eventuell noch anständig verbessert werden können. Für den westlichen
Kopf von Wegener bedeutete das aber, dass die Küstenlinien nur dem zentralen
Meer entlang passen mussten—und, was Pangäa anbetrifft, so war dieses Meer der
Atlantik. An ihren Außenseiten war es dann den Kontinenten erlaubt, frei in das
Weite und Unbekannte hinaus zu schwappeln. Der Zufall, dass die Küstenlinien des Atlantik viel
leichter als in anderen Meeren einander angepasst werden können, schien die
mythologische Dimension von Wegener zu bestätigen.
Heutzutage wird das Faktum von Pangäa-orientierter
Meeresausdehnung im Lehren über die Platten-Tektonik zumeist mit den
leicht-anzupassenden Küstenlinien des Atlantik vorgeführt. Um dieses Vorteils
willen wird das Pangäa-Konzept uns wohl auf lange Zeit begleiten. Es kommt noch
hinzu, dass manche subduktions-orientierte Wissenschaftler noch immer vom
“Mittleren Meer Gespenst” verfolgt werden. Innerhalb Pangäa genehmigen sie für
den Atlantik eine Sonderstellung, nämlich eine Ausnahme vom Naturgesetz, das
die postulierte Subduktion von Meeresböden in anderen Ozeanen erfordert. Im
Atlantik finden sich fast gar keine tiefen Meeresgräben. Diesem Ozean ist es
deshalb vorerst erlaubt sich auszudehnen, ohne dass er seine Böden in die Tiefe
versenken muss!
Natürlich kann diese Ausnahme vom mutmaßlichen
Naturgesetz nicht einmal ein erstes Aufflackern von Vernunft aushalten. Der
neuen magnetischen Ozeanboden-Chronologie entsprechend findet man auch im Indik
und Pazifik ähnliche Mengen von Epoche-Streifen und -Flecken, die seit der
Jurazeit entstanden sind. Um einen gerichteten Vergleich zu vermeiden, lässt
man den ganzen Indik und Pazifik im Panthalassa und deren Zauber aufgehen. Ein
Weltmeer, das dem mythologischen Erbe von Wegener nahesteht, durch die zentrale
Gegenwart von Pangäa unterstützt, kann sicherlich jede Menge von Ozeanböden
verschlingen. Warum soll ein all-umfassendes Weltmeer dies nicht können?
Die Funktion der tiefen Meeresgräben, als Orte der Subduktion,
hat keinen Platz in einer empirischen Wissenschaft. Diese Annahme beruht
lediglich auf der blinden Behauptung, dass tiefe Meeresgräben keine einfache
Erschütterungs- oder Dehnungs-Überbleibsel sein können. Demgegenüber waren aber
die Forscher von Anfang an überrascht, dass das Sediment in den mutmaßlichen
Subduktionsgräben ungestört und gleichen Alters neben den umgebenden Flächen
dalag. Es war nirgendwo eine Aufschiebung oder Überschiebung zu finden. Dafür
gab es aber Risse, die im Graben der Länge nach liefen, als klares Anzeichen
von kleinen Bewegungen in die “falsche” Richtung. Eine riesige Fläche von
Ozeanbodenkruste, welche zwei Drittel der ganzen Erdkruste des Planeten
entsprechen würde, hätte in diesen mutmaßlichen Subduktionsgräben oder einfach
„irgendwo“ in der großen Panthalassa spurlos verschwinden müssen—und das alles
in weniger als 200 Millionen Jahren.
Es ist verständlich, dass jemand, der an einen
Subduktionsvorgang glauben möchte, dann an den mutmaßlichen Subduktions-Zonen
nach allen möglichen Spuren sucht. Abfallende Erdbeben-Zonen, die sich unter
die Meeresküsten neigen, sogenannte Benioff Zonen, wurden schon für solche
Beweise erwähnt. Doch die Expansionsreibung kann diese Zonen viel leichter
erklären. Die verschiedene Dicke, die zwischen kontinentaler und ozeanischer
Kruste besteht, bedeutet, dass der Grenze zwischen Land und tiefer See entlang
es nicht nur in Richtung Meer oben an der Kruste einen sich neigenden Schelf
geben muss, sondern auch einen entsprechenden Anstieg des Mantels, ebenfalls in
Richtung Meer, unterhalb der Kruste. Insofern muss unsere postulierte
Expansionsreibung dann notwendigerweise diese Steigung aufwärts “rumpeln.” Und
dadurch lassen sich tatsächlich alle Erdbeben in den sogenannten Benioff-Zonen
erklären.
Es gibt noch eine weitere Auswirkung des
Dehnungsvorgangs, welche zusätzliche Erdbeben in einer Benioff-Zone
zustandebringen kann. Die Expansionsreibung zwischen Mantel und der Unterseite
der Kruste tendiert zum Hochstülpen der Platten-Kanten, was ich früher einmal
mit „Flanschen“ bezeichnet habe. Diese Hochstülpungs-Tendenz steigert den
Anstiegswinkel des Mantels, so lange bis dann der entstandene Zwischenraum an
der Unterseite der Kruste—der halben Antiklinale entlang—mit intrusiven
Materialien ausgeglichen ist.
Auch prismen-förmige Aggregate (accretionary prisms)
wurden schon zu Übrigbleibseln der Subduktion erklärt. Im Jahre 1998 wanderte
ich, zusammen mit einem Bus voll internationaler Erdwissenschaftler der Küste
von Japan entlang um die mutmaßlichen prismen-förmige Aggregate zu besichtigen.
Keiner der Teilnehmer konnte sich diese als “Oberflächen-Aufschiebungen” eines
Subduktionsvorgangs vorstellen, eines Vorgangs, der angeblich im dreißig
Kilometer entfernten Tiefgraben geschehen sein soll. Neigungs-Variationen
innerhalb dieser “Prismen” konnte man besser erklären mit Magma-wulsten, die in
der Tiefe nach Osten hin kriechen und welche dabei an der Oberfläche die
Erosions- und Depositionsneigungen laufend abgeändert haben—also wiederum die
„Expansions-Reibung.“
Der Gedanke von einer Pangäa und einem
umrandenden Weltmeer wurde ursprünglich zu Gunsten der Vorstellung von einer
flachen Welt gepflegt. Aus diesem Grunde befähigt er jetzt die modernen
Pangäa-Bewohner, ihre Geografie-Kenntnisse leicht auf einer flachen Weltkarte
anzubringen. Dieser Gedanke
erlaubt ihnen dann, die Rückseite ihrer Sphäre zu vernachlässigen. Die
Annehmlichkeit einer zwei-dimensionalen Erdwissenschaft wird von vielen
Studierenden bevorzugt. Zum Andern aber, eine voll entwickelte drei-dimensionale
Denkweise, die sich zugleich auch frei in der vierten Dimension “Zeit” bewegt,
kann nicht so einfach ein Meer unter all den Andern als “zentral” erwählen. Und
sie kann auch nicht einfach alle schwierigen Fragen in eine umgebende
Panthalassa hinaus abschieben. Während
die Theorie von Wegener in einem einzigen Blickfeld dargestellt werden kann,
mit einer flachen Weltkarte, so wird meine Theorie verschiedene Perspektiven
von Halbkugeln erfordern.
Inzwischen sind aber auch solche Menschen, die von der
Erdausdehnung überzeugt sind, unter den Einfluß von alter Mythologie geraten.
Zum Beispiel hat sich die Göttin Tethys, die einst den Ufern Griechenlands
entlang verehrt wurde, unter fortschrittlichen Erdexpansionisten als eine
dauerhafte göttliche Herrin erwiesen. Nachdem der berühmte Sprecher für die
Erdexpansion, Warren S. Carey, auf seinem noch nicht expandierten Erdmodell
alle Meere hypothetisch auf Null reduziert hatte, hat ihn die Tethys noch unter
der Tarnung von “tethischer Abscherung” verfolgt. Dies ist ein Konzept das ich
für unnötig halte, gleich wie das frühere Modell der “Panthalassa” des Alfred
Wegener.
Die Modellierung
und Hochhebung der Bergzüge
Immer wenn ich während einer Debatte
die Subduktions-Hypothese wegen Mangel an empirischen Beweisen verwerfe, dann
wird mir anstatt von Beweisen nur eine Vorwurfsfrage angeboten: “Wie anders
läßt sich denn die Hochhebung und das Vorhandensein von Bergzügen auf unseren
Kontinenten erklären?” In der Tat werde
ich die Heraushebung und die Gegenwart der Bergzüge nach ein paar kurzen
Minuten erklären. Doch zuvor möchte ich die Perspektive eines Pioniers der
Platten-Tektonik anerkennen.
Im Mai 2002 fand in La Junta, Colorado,
die Konferenz über “Neue Konzepte der globalen Tektonik (NCGT)” statt. Unter
den Teilnehmern war ein emeritierter Professor der Geologie—Robert G.
Coleman—hier rechts zu sehen, in einem Gespräch mit Professoren aus Rußland,
Griechenland und Deutschland. In seinen jungen Jahren besuchte er Deutschland
wo er betreffs Wegeners Aussagen über wandernde Kontinente so einiges erfahren
hat. Während seiner aktiven Jahre an der Stanford Universität hat er
mitgeholfen die Theorie der Platten-Tektonik in Amerika zu etablieren. Er
brachte das Studium von “Ophioliten” in den Vordergrund.
Unter dem Eindruck der großartigen
Berge von Colorado war es unmöglich eine unwichtige Frage zu stellen, wie es
denn auch dem Professor unmöglich war eine schlechte Antwort zu geben. Meine
Frage zielte auf den Punkt: “Was hat die Theorie der Platten-Tektonik über
diese Berge zu sagen?” Seine unverzügliche Antwort war: “Nichts.”
Überrascht, dass wir beide
einverstanden waren, fragte ich weiter: “Warum nichts?” Er antwortete: “Es gibt
hier in der Nähe keinen Ozean, wobei die Subduktion sich auswirken könnte.”
Klar und einfach gesagt, die Theorie
der heutigen Platten-Tektonik kann die Entstehung der Gebirgszüge weiter im
Inland nicht erklären. Ich persönlich würde dazu allerdings noch sagen, dass
sie auch betreffs den Strömungen im Mantel und der Subduktion von Ozeanböden,
außerhalb von solchen theoretischen Zeichnungen nichts vorzuzeigen hat. Auch
die Vulkane der Kaskaden, bei denen ich in Oregon wohne, kann sie nicht zu
meiner Befriedigung erklären. Es ist deshalb an der Zeit, den Vorgang der
Gebirgs-Modellierung an Hand eines einfachen Kitt-Scheiben Experiments auf
einem expandierenden Ballon vorzuführen.
Eine
Scheibe Kitt für einen Bretterwinkel
Vor etwa zehn
Jahren sah ich mir zum ersten Mal einen Lehrfilm an, der die Theorie der
Platten-Tektonik illustrierte. Zwei Bilder sind mir von dieser Anschauung her
mit besonderem Eindruck geblieben. Ich erinnere mich noch genau an die erwähnte
Ozeanspalte, die einst, dem Ural entlang, das ganze Eurasien aufgeteilt haben
soll. Auch erinnere ich mich noch an die weitwinkelige Zusammenfügung von zwei
Brettern, die bezwecken sollte, die Subduktion von Ozeanböden zu illustrieren.
Ich möchte dieser Herausforderung nun endlich einmal nachkommen und werde
deshalb einen Klumpen Fensterkitt diesem Bretterwinkel gegenüber auflegen.
Schon im Jahre 1979 habe ich Kontinente in
Form von Kitt-Scheiben auf einem expandierenden Ballon simuliert. Bereits
damals habe ich für die Erdausdehnung argumentiert und ich habe längsgerichtete
Spannungsfalten (Tensile Folding),
hochgestülpte Plattenränder (Flanschen) und ein relatives Expansionsreiben (relative Expansion Flow) beobachtet.
Ich habe auf Risse hingewiesen, die in der Erdkruste unter präkambrischen
Geosynklinalen sich gebildet haben müssen. Und ich schrieb über
Magma-Einpressung von unten her. Weil aber meine angeführten Konzepte in
offiziellen Fachbüchern nicht zu finden waren, hat sich niemand getraut, meine
Erkenntnisse zu verstehen, geschweige denn ensthaft zu berücksichtigen.
Zum Zweck dieser Abhandlung
habe ich eine Methode entwickelt, wobei ich nun die Unterseiten meiner
"kontinentalen" Fensterkitt-Scheiben als Prüfkörper vorlegen
und sichtbar machen kann. Ich habe einen
Klumpen Kitt zu einer Scheibe hingeknetet und einen Ballon aufgepumpt. Ein
Equilibrium von Sprödigkeit, Zähigkeit und Anklebefähigkeit musste dabei
erzielt werden. Weil ich aber keinen Einfluß auf die Glätte der
Ballonoberfläche hatte und auch keine Mittel hatte die Anziehungskraft der Erde
zu simulieren, so konnte ich nur noch die Klebrigkeit der Kitt-Scheibe versuchsweise
abändern.
Es gab
Hochstülpungen entlang der Kontinentalränder, und wenn dann ein bedeutender
Bruch an der Oberfläche erschien, folgerte ich, dass eventuelle Risse unten an
der Kitt-Scheibe größer sein müssten. Es musste so sein, weil die Oberfläche eines
expandierenden Ballons sich verflacht. Ich bereitete eine Pfanne Gips für einen
Überguss vor und mit dessen Hilfe konnte ich dann die Kitt-Scheibe unberührt
vom Ballon abheben.
Bei wirklichen
Vorgängen im Innern der Erde, durch die relative Expansionsreibung, wären an
der Unterseite der Kruste alle Beulen und Öffnungen gleich mit Magma und
metamorphisierten Gesteinen angefüllt worden mit der gleichen Schnelle wie sie
aufgerissen wurden.
Ich goss dann eine Stuck-Gipsmasse in die erzielte Form. Oben am Abguß sind Spannungsfalten zu sehen, welche die Anfangsform aller parallelen Gebirgszüge illustrieren. In Gegenden größerer Spannungen wurden tiefe Spalten aufgerissen. Diese laufen alle dem Umriss der Kitt-Scheibe parallel entlang. Die meisten Gebirgszüge auf den Kontinenten unseres Planeten liegen auch so da. Der Herausforderung von seiten der populären Platten Tektonik, und deren steif abgewinkelten Subduktion von Ozeanböden, ist mit diesem einfachen tektonischen Kitt-und-Ballon Experiment zur Genüge widerlegt.
Auf diesem Versuchsmodell erhielt ich nur eine einzige
Reihe von aufgerissenen Spalten. Das war eine Beschränkung des Experiments. In
wirklicher Geogeschichte wären solche Spaltformen sogleich mit heißen
Materialien angefüllt worden, zur gleichen Zeit wie sie aufgerissen wurden.
Langsam würden sie sich dann abgekühlt haben und zäh erstarrt worden sein. Das bedeutet, dass parallele Reihen von
Spalten nebeneinander aufgerissen und angefüllt werden konnten.
Eine Randbemerkung sollte noch erwähnt werden, über ein
Detail dieses Experiments. Ich habe mir alle Mühe gegeben, den Kitt glatt und
eben auf den Ballon aufzulegen. Doch an einer Stelle habe ich absichtlich unten
eine dünne Falte erlaubt, welche der Richtung um neunzig Grad entgegen lief, in
der ich die Hochstülpung erwartete. Ich wollte sehen, was mit solch einer
Gegenfalte geschieht.
Kein Spalt wurde quer durch diese Falte
gerissen. Aber dafür haben sich im rechten Winkel kleine Risse gebildet. Diese
Seitenrisse sind nicht als Kreuzungen entstanden, die sich gegenüberliegend
organisiert haben, sondern die Kruste wurde einfach der Probefalte entlang an
jeder Seite aufgerissen, wo immer auch die Spannung der Expansionsreibung den
Zusammenhangsfaktor der Kitt-Scheibe übertraf. Wir haben hier einen klaren Fall
von Reiss-Verschiebungen, von gleicher Art wie sie im Ozean den Dehnspalten und
Rissen entlang zu sehen sind. Solche Verschiebungs- und Umwandlungsrisse
entstehen, weil die Erdkruste bei allgemeiner Erdausdehnung nach allen
Richtungen hin auf einmal gezogen wird. Inzwischen brechen die Spalten aber
zufälligerweise auf, wo immer und wann immer die Spannung zum Aufreissen
reicht. Weil die Meeresböden dünner als die Kontinentalplatten sind, brechen
derartige Verschiebungsrisse dort leichter als bei den dickeren Kontinenten bis
zur Oberfläche durch.
Ein weiteres Experiment hat zu einem
unerwarteten Ergebnis geführt. Mein derzeitiges Quantum von Kitt war zu
trocken. Die Scheibe saß und schliff auf der Gummifläche, als ob die
Expansionsreibung keine Rolle spielte. Es schien, als ob dieses Experiment
keinen Gipsüberguss verdiente. Jedoch, wissenschaftliche Gewohnheit war
entscheidend und das Experiment
wurde zu Ende geführt. Ich erhielt eine Miniatur-Landschaft, die mit „Granitkuppeln“ bedeckt
ist. Ich erkannte diese Landschaft sogleich wieder, da ich sie schon in Afrika gesehen habe.
Von Baby-Bergen bis hin zu greisen Bergzügen
Beweise für eine Widerlegung der
Subduktions-orientierten Platten-Tektonik sind mir während der gleichen
Lehrfahrt in Colorado wiederholt vor die Augen gekommen. Dreißig Jahre früher
schon, als ich die Bergzüge der Mojave Wüste und des Großen Basin überquerte,
habe ich deren Ursprung als heiße Einpressungen von unten her durchdacht. Bis
ich dann in Kalifornien einfuhr, vermutete ich „Baby-Rocky-Mountains“ unter der
Schwulst der Hochebene des östlichen Colorado.
Neben dem Colorado Highway 10 sah ich
meine ersten Baby Rocky Mountains, elf Meilen nord-östlich von Walsenburg und
einen zweiten Durchbruch beim acht-und-zwanzigsten Meilenpfosten derselben
Straße entlang. Diese jungen Eruptivgipfel von unterirdischen Gebirgszügen sind
als Klapperschlangen Butten bekannt und sind heute noch leicht zu übersehen.
Neben ihnen breiten sich noch weite Strecken von geologisch
alten Überlagerungs- und
Ablagerungsschichten aus, welche derzeit schneller als diese jungen Bergspitzen
erodiert werden.
Die Verwitterungs-Produkte werden hier von Flüssen nach
Osten abgeschwemmt, und sie tragen dazu bei, dass die Erdschichten im mittleren
Westen durch die anwachsende Überlagerung hier und dort ein wenig tiefer
gedrückt werden. Dieser Kreislauf übt dann wiederum einen zunehmend tiefen
Druck nach Westen hin aus, unterhalb Colorado, und diese niederen Berggipfel
sind somit zum Aufsteigen bestimmt. Mit der Zeit werden sie mehr und mehr
freigelegt und die Erosion wird sie zur besseren Anschau abbürsten.
Es ist aber die klimatische Erosion
nicht der Hauptmotor für die Entstehung und Hochhebung der Gebirge. Die Erdausdehnung
selber ist dieser Motor. Die Energie und das Material zur Gebirgsbildung kommt
von unterhalb der spröden Erdkruste. Dort werden die Berge vor-modelliert. Weil
der Planet sich dehnt, müssen die mittleren Gebiete der Kontinente sich senken
und sich der neuen Wölbung anpassen. Und bei dieser Senkung bringen sie zentral
gelegene Ebenen zustande, welche manche Erd-Wissenschaftler „Kratone” nennen.

Unten, wo der Erdmantel und die Erdkruste eine zähe
halbflüssige Polsterschicht miteinander teilen, da wird von der Mitte der
kontinentalen Krusten aus überschüssiges Magma seitwärts abgequetscht, nach
außen hin. Von unter dem flacher werdenden Kontinentalschild, nach außen
kriechend, kann der Magmadruck die weiter außen liegenden Ebenen hochheben und
zu Hochebenen promovieren. Danach wird gelegentlich die spröde Kruste der
langen Aufwölbung entlang versagen müssen, weil sie den zunehmenden Druck von
unten her nicht mehr aushalten kann. Alte, vormodellierte und zackige
Bergrücken brechen langsam hervor und steigen höher. Sie werden von unten her
hydraulisch hochgehoben, von ihrer eigenen, jugendlich heißen, schwerfällig
kriechenden „Nachkommenschaft” geschoben und gehoben.
Die Vorgänge der Magma-Einführung von
unten her und die Hochhebung zur Erosion sind sehr schön in Colorado dargelegt.
Markante Gesteinsgänge sind Beweise dafür, dass die Erd-Expansion immerfort
aufbrechende Spalten in der Erdkruste von unten her nachgefüllt hat.
Nachdem wir jetzt die niedrigsten
Felsenberge angeschaut und die nachträglich erfolgten kleineren
Magma-Intrusionen betrachtet haben, werden wir uns nunmehr zu den höchsten
Alpengipfeln unseres Planeten wenden. Die scheinbar zusammengewürfelte Geologie
dieser Gebirgszüge wurde schon von mehreren Generationen von Erdwissenschaftlern
bearbeitet. Doch die erstaunliche und komplizierte Vielfalt braucht uns nicht
übermäßig zu überraschen, nachdem man überdenkt wie sie entstanden ist. Die
vielen Spalten unten in der Erdkruste sind nicht alle zur gleichen Zeit
aufgerissen und auch nicht zur gleichen Zeit oder mit der gleichen Magmamasse
ausgefüllt worden.
Natürlich, ehe wir der Alpenwirklichkeit erlauben, uns zu
überwältigen, sollten wir bedenken, dass die Alters-Schichtungen im
Ablagerungsgestein, im Ausbruchs- oder magmatischen—bzw. Erguss-Gestein—ganz
verschieden sind. Ablagen auf der Oberfläche wurden bekanntlich eine Schichtung
auf die andere hin deponiert. Wenn eine schwere tektonische Umwälzung sie nicht
überkippt, dann bleiben die unteren Schichten die älteren und die oberen
Schichten die jüngeren. Zudem sind sie sehr ungleich auf der Oberfläche unseres
Planeten verteilt.
An der Unterseite der Erdkruste
geschehen Erosion und Deposition in umgekehrter Weise. Heiß geschmolzene
Schichten werden an die Unterseite der Erdkruste angedrückt und von oben nach
unten hin gekühlt, während die Kruste sich verdickt. Jüngeres Magma kann
assimiliertes Gestein aus tiefen Ablagerungsschichten, sowie aus dem Mantel der
darunter liegt, in sich transportieren. Zusammen gelangen diese Materialien
dann entweder aufwärts in eine frische Spalte, oder sie bleiben unter älterem
Gestein liegen, dem sie dann hydraulisch zum Aufstieg verhelfen. Hydraulisches
„Öl“ und geschmolzenes Gestein sind in diesem Falle die gleiche Substanz.
Viele geo-wissenschaftliche Lehrbücher geben den
Eindruck, als ob die Alpenberge alle groß aufgestiegen sind, um dann ihre
typischen Formen ausschließlich als ein Resultat vom Klima und der Erosion zu
erhalten. Die meisten der hohen Alpengipfel findet man heute mit Schnee und Eis
bedeckt. Daher wird ihre Gestaltung meistens den Gletschern zugeschrieben. Und
wirklich, die Beiträge der Gletscher zur alpinen Kosmetik sind erheblich. Doch
im Ernst! Haben diese langen Gebirgszüge ihre Rücken, oder hat das Matterhorn
seine ragende Form, nur als ein Resultat von Wetter und Gletschern empfangen?
Hat Wasser alle die keilgeformten Täler zwischen den Bergrücken aus einem
festen Eruptivblock bis zum Bach hinunter ausgewaschen? Oder wurden die
Bergrücken schon vor ihrer Hochhebung im Groben vormodelliert? Ich bin geneigt,
aus tiefer Überzeugung das Letztere anzunehmen. Es scheint mir sehr
unwahrscheinlich, dass die Granitkuppeln von Zimbabwe je zu zackigen
Alpenbergen erodiert werden können, selbst wenn sie unter Bedingungen wie in
Grönland hochgehoben würden.
Es
scheint, als ob viele alpidische Gipfel
der Welt schon während der späten vorkambrischen und der frühen kambrischen
Periode geformt worden sind. Hier ist eine Skizzenkarte von vorkambrischen
mobilen Berggürteln. Sie basiert auf einer Projektion von Professor
Harold Levin (The Earth Through Time,
1988). Dementsprechend müßte die
Erdausdehnung schon vor 500 Millionen Jahren, und somit schon lange vor
Eröffnung der tiefen Ozeane im Gange gewesen sein. Solche zackigen Gipfel
wurden an vielen Stellen der Erde hochgehoben, so wie in den Alpen, dem
Himalaya-Gebirge, und im Felsengebirge von Nordamerika.
Seit der Jurazeit haben die Kontinente ihre Krusten
mit zusätzlichen Gebiets-Streifen von Ozeanböden erweitert. Den ozeanischen
Dehnspalten entlang findet man deshalb eine weitere Generation von mobilen
Berggürteln, erzeugt und hochgehoben von den gleichen Vorgängen—nämlich
gespannter Faltenbildung den Plattenrändern entlang, einer Tendenz zur
Hochstülpung der Plattenränder, und relative Expansionsreibung.
Die relative Expansionsreibung wird vom Wachstum
des Mantels erzeugt. Relativ zur Krustenkante steigert sie ihre Geschwindigkeit
von der Mitte eines Kontinenten nach außen hin—und sie läßt sich dabei einen
Halb-Ozean anwachsen. Die äußersten Kanten solcher jungen Umrandungen stülpen
sich hoch als halbe Gebirgszüge. Die hochgestülpten ”Lippen“ der tektonischen
Platten berühren sich so, von heißem Magma getragen. Ihr leichter „Kuß“
umspannt die ganze Erde.
Wenn eine Spalte von unten her ganz durch die Kruste
hochgerissen wird und wenn eine große Kontinentalwölbung als Zubringer daneben
liegt, dann kann es geschehen, dass oben eine Lava-schwemme entsteht. Beispiele
davon wären die Deccan Traps in Indien und die Idaho-Washington-Oregon Schwemme
in Nord-America. Falls nur eine kleine Öffnung entsteht, vielleicht an einer
Stelle wo Risse aufeinander treffen, dann mag ein Vulkan entstehen. Auf jeden
Fall stürtzt aber die Kontinental-Kruste laufend in sich zusammen und
verschließt sich über den von unten her kommenden keilförmigen Einbrüchen. Sie
verhütet damit die meisten Ausbrüche an der Oberfläche. Nach oben hin, in der
Erdkruste, tendiert das Magma ja sowieso zur Verdickung und Abkühlung.
Starke Erdbeben geschehen selten in der Mitte eines
Kontinental-Schildes oder eines “Kratons.” Aber sie passieren doch, wenn ein
spröder Teil der Erdkruste zusammenbricht und sich der verflachenden Wölbung
anpaßt. Solche inländische Erdbeben, solange sie in einem Kraton eingezwängt
bleiben, erzeugen häufig Über- und Unterschiebungen, welche sich mit der Zeit
auf viele Kilometer erstrecken können. Petroleum-Ingineure im amerikanischen
Mittleren Westen müssen öfters durch die gleiche Schichte zweimal bohren. Die
Expansions-Tektonik kann diese Doppelschichten ziemlich leicht erklären.
In meinem Büchlein aus dem Jahre 1999, Planet Earth Expanding and the Eocene
Tectonic Event, habe ich das 1964er Erdbeben in Alaska und die New Madrid
Erdbeben in Missouri, 1811-1812, als Beispiele vom Zusammenfall der Kontinental-Wölbung
erklärt. Die Bewegung in Alaska hat die Kante des Kontinenten nach außen
rutschen lassen—über den niedriger liegenden Ozeanboden hinweg. Das New Madrid
Ereignis am Missisippi hat Über- und Unterschiebungen von Gesteinschichten
zuwege gebracht. Die übereinander gestoßenen Schichten haben die Landfläche
erhöht und die Strömung des Flusses eine Zeitlang angestaut. Die große
kontinentale Fläche, die den New Madrid Herd umgibt, nebst ihrer Größe, ist
noch durch Gebirgszüge dem Umriss des Kontinenten entlang verstärkt. Und die
großen Flächen mit Verstärkungen verhindern dann eine Überlappung des
Meeresufers, nach der Art, wie es bei der smaleren Breite in Alaska geschah.
Der erste Teil dieser Abhandlung kann
nun mit einer kleinen Rätselfrage zusammengefasst werden: Wie waren ein
Gebirgszug und ein Ozean am Anfang ihrer tektonischen Entwicklungs-geschichte
voneinander zu unterscheiden? Die Antwort lautet: Sie waren am Anfang überhaupt
nicht unterscheidbar, weil sie beide aus gleichen Rissen an der Unterseite der
Erdkruste entlang entstanden sind. Ihre
späteren Verschiedenheiten sind von örtlichen Dehn-geschwindigkeiten im Mantel
und von örtlichen physikalischen Eigenheiten in der Kruste her zu erklären.
Zweiter Teil
Konstukteure von Paläo-Globen haben gewöhnlich, der
Einfachheit wegen, das „Konto“ von vorhandenen Flächen-Einheiten bevorzugt. Ich
selber bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ein „Konto der sich laufend
anpassenden Spannungen“ von gleicher Wichtigkeit ist. Ich möchte deshalb die
zweite Hälfte meiner Abhandlung, über Ozeane und Kontinente, mit einer
Hervorhebung von asthenosphärischen Spannungen und kontinentalen Zusammenhängen
beginnen. Wenn dann eine Übersicht über Spannungsrichtungen einmal vorliegt,
verbildlicht als drei Riemen die während des Eozäns zu einem einfachen Gürtel
reduziert wurden, dann ordnen sich die Teil-argumente und die vorhandenen
Erdflächen von selber ein.
Drei Riemen und ein Gürtel
Als die Kruste unseres Planeten während der Jurazeit
ernsthaft aufzureissen begann, da erschienen Risse, die sich später zum
Pazifik, Atlantik, und Indik sich ausweiteten. Diese ersten Risse befanden sich
innerhalb eines breiten Streifens, der am Äquator entlang rund um die Erde
verlief. Das mag bedeuten, dass unser Planet schon seit
langer Zeit eine an den Polen abgeplattete Sphäre darstellte und dass die
ersten größten Dehnungs-Risse deshalb einem Äquator entlang aufplatzten. Die
größeren Risse erschienen etwas unterhalb der Mitte und verlängerten sich dem
gegenwärtigen Süden zu. Als Meere vereinigten sie sich schließlich im Süden,
und dort weiteten sie miteinander die Meeresflächen der südlichen Halbkugel
aus.
Als unsere Ozeane noch jung und auf sich selber bezogen
waren—das heißt, während der Jurazeit ehe Afrika, Südamerika und Australien
voneinander abgetrennt wurden—da bestand die aufgerissene Kruste unseres
expandierenden Planeten aus drei Krusten-Streifen, welche wie drei Riemen im
Norden und im Süden noch aneinander hingen. Alle drei dieser
Kontinentalstreifen wurden schon während der Jurazeit ihrer Mitte entlang stark
auseinander gezogen. Große Streckzonen entstanden deshalb dem Mittel-Meer
entlang, in Mittelamerika und in Austral-Asien. Ein jüngeres Gebiet starker
Zerstreckung enstand in der Arktis. Einer der drei kontinentalen
Riemen-Streifen verlief von der Arktis über Nordamerika nach Süd-Amerika, der
nächste von der Arktis über Eurasien nach Australien hin, und der dritte von
der Arktis über Eurasien nach Afrika. Alle drei Kontinentalstreifen sind heute
noch im Norden miteinander verbunden, sie wurden aber im Süden auseinander
gebrochen. Heute sieht man alle drei Streifen frei und lose der südlichen
Halbkugel entlang hinunter baumeln.
Weil die
drei Riemen-Streifen im Süden zuerst voneinander abrissen, und weil durch ihr
Brechen die Dehnspannungen in den andern Streckzonen aufgelockert wurden,
brauchten sie im Norden nicht ganz so schnell auseinander reissen. Die Spitze
Südamerikas saß bis zum Eozän in der Bucht Australiens. Diese zwei südlichen
Kontinente trennten sich vor etwa 43 Millionen Jahren, als der aus vier
Kontinenten bestehende Weltgürtel im Süden zerbrach.

Die grossen Halbkugeln zeigen
kontinentale Zusammenhänge im Norden und Trennung im Süden.
Die kleineren jurassischen
Halbkugeln zeigen die Anfänge der tiefen Ozeane.
Gegen Ende der Unteren Kreidezeit riss der Afrika-Riemen
der Zehe von Südamerika entlang ab. Dieses Geschehen ist von zwei Resultaten
gekennzeichnet. Erstens verließ das Kap von
Afrika die Zehe Südamerikas, und zweitens endeten damit die Ausdehnungen im
Schwarzen Meer und im Mittelmeer. Von diesem Zeitpunkt an wurde Afrika nicht
weiter nach Süden hin gezogen. Es ist anzunehmen, dass das Mittelmeer bei der
Entspannung, vom Bruch her, ein wenig verschmälert wurde, und dass Spannungen
bis ins südliche Europa hinein nachgelassen haben. Diese Linderung stimulierte
die Hochhebung der Alpen, aber nicht etwa durch einen Zusammenstoß oder eine
Unterschiebung von Afrika her, sondern durch Magma, das vom Norden her in die
Auflockerung eingedrückt werden konnte.
Die
verbliebenen Kontinentalstreifen—nämlich, die beiden Amerika, samt Asien bis
hinunter nach Australien—hielten noch bis in das Eozän aneinander fest. Wie ein
Gürtel umspannten diese vier Kontinente die Fläche der Antarktis und des
Pazifik und somit den ganzen sich ausdehnenden Planeten. Die Spannung an diesem einfachen Gürtel wurde
bis zum Eozän hin gesteigert. Südamerika wurde dabei von Australien her in die
Länge gezogen, so lange, bis diese beiden Kontinente schließlich auseinander
brachen. Heute, beinahe 43 Millionen Jahre später, ist Südamerika immer noch
400 Kilometer länger als es früher im Zusammenhang mit Afrika zu sein brauchte.
Es ist
bemerkenswert, dass der Bruch zwischen Australien und
Südamerika im Eozän eigentlich nur eine Fortsetzung vom früheren Bruch in der
Kreidezeit darstellt. Der Riss lief am gleichen Platz weiter. Das bedeutet, dass die beiden Brüche zusammen eine sehr tiefe Spalte
aufgerissen haben, welche sich zum ganzen südlichen Ozean ausgeweitet hat.
Dieser Riss hat die Asthenosphäre wohl bis in den Mantel hinein erregt.
Natürlich
bezieht sich das Gerede über einen „Riss“ in diesem Zusammenhang nur auf eine
„oberflächliche“ Perspektive. Die tiefgerissene Spalte kann auch positiv als
örtlich gesteigertes Wachstum der Erdexpansion bewertet werden. Zudem wurde
dieses ganze aufgerissene Gebiet zu einer neuen Heimat für den „erstgeborenen“
Kontinent unseres Planeten, nämlich für die runde Antarktis, welche dann langsam
drehend sich in den weitenden Riss hineinlehnte.
Während wir früher unsere Paläo-Globen in der Hoffnung konstruierten, unsere kontinentalen Umrisse mit genaueren Schelf-Schätzungen zu verbessern, so haben wir jetzt mehrfach verbesserte topografische Karten von allen Ozeanböden zur Verfügung. Seit 1988 haben wir auch den UNESCO Geological World Atlas, mit Karten von Ozeanböden, die auf magnetisch charakterisierten Streifen und Magnet-Umkehrungen basiert sind. Während nicht alles auf diesen Karten perfekt sein mag oder frei von gewagten Projektionen, so sind doch zahlreiche Magnet-Streifen angebohrt, gebaggert und datiert worden. Jetzt haben wir eine Reihenfolge von Isochronen, eine Serie von Stufen, die vom jurassischen Globus mit einem Alter von etwa 180 Millionen Jahren, bis hin zu unserem heutigen Globus und der gegenwärtigen Größe der Ozeane reichen. Das ist ein Traum, der für einen wissenschaftlichen Illustrator jetzt Wirklichkeit wurde.
Mit Hilfe der Isochronenkarten ist es jetzt
möglich, theorethisch, jeden Ozean anzufassen und zu seiner Größe in der
Jurazeit zu reduzieren. Diese Methode funktioniert gut über den ganzen Atlantik
hin. Doch sobald man versucht, die anderen Ozeane auch so zu reduzieren, dann
bleibt man gewöhnlich im Oligozän oder Eozän stecken. Wer nicht rückwärts gehen
kann muss vorwärts gehen. Doch vorwärts von wo aus? Alle frühen
Start-Positionen sind notwendigerweise hypothetisch. Wenn man die Kontinente
auf einem Globus von gut der Hälfte seines jetzigen Durchmessers wieder zusammenstellt,
und wenn man bestimmte verstreckte Gebiete vernünftig einschätzt, dann können
alle Kontinente und ihre Schelfe untergebracht werden.
Das eozänische Ereignis im Indik
Nach einigem Zögern, im Jahre 1979,
habe ich den Schluß gezogen, dass die Spitze von Südamerika aus der Bucht von
Australien gekommen sein muss. Das bedeutet dann auch, dass der Kontinent
Antarktis ein Eindringling in seinem jetzigen Gebiet ist.
Der Indische Ozean enhält einen
wichtigen Schlüssel zum Entziffern des eozänischen Rätsels. Jedoch, ehe man
diesen Schlüssel erkennen kann, muss die Unmöglichkeit des Wegener, betreffs
der Wanderung Indiens, aus dem Wege geräumt werden. Während Indien früher
einmal näher an Arabien und an Afrika hinreichte als jetzt, so war es jedoch
nie weiter von Asien enfernt als es jetzt ist. Den neuen Isochronenkarten
entsprechend ist während der Jurazeit und der Unteren Kreidezeit nichts
großartiges im Indischen Ozean passiert. Es ist aber während der Oberen
Kreidezeit die große Insel Madagaskar nach Süden gerutscht—oder sollen wir
lieber sagen, dass sie von einem tendentiven Leerraum im Süden eingeladen
wurde? Dieser Leerraum ist dadurch enstanden, weil sich die Ozeane im Süden
viel schneller als im Norden ausgeweitet haben. Die kleine Madagaskar-Platte
konnte nach Süden rutschen, weil Kontinentalplatten allgemein ihren
Abtrennungskanten und Dehnspalten entlang in vorgetrennter Bereitschaft zum
Rutschen stehen.
Die Abriss-Spalten auf beiden Seiten von
Madagaskar verliefen in die gleiche allgemeine Richtung, wo man heute im Westen
noch die Große Afrikanische Dehnspalte findet, und wo wir im Osten noch die
Narbe des Ninety-East-Ridge haben. Möglicherweise hat auch schon die Abtrennung
Afrikas von Südamerika dieser Insel einen ersten Ruck zur Bewegung gegeben.
Während Afrika nach dessen Abtrennung sich leicht nach Norden zog, so brauchte
Madagaskar nur stationär bleiben um, relatif gesehen, auf dem Weg nach Süden zu
sein. Als ein Endergebnis vom Abwandern dieser Insel sind wahrscheinlich auch
noch manche jurassische Bodenflächen an ihren Rändern entlang zerstört worden.
Natürlich sind in dieser Abhandlung alle Hinweise auf die
Himmelsrichtungen—Osten, Westen, Norden oder Süden—im Bezug auf den
gegenwärtigen Globus zu verstehen. Ich möchte noch nicht viel über die
Örtlichkeit der Pole oder des Äquators während der früheren Epochen aussagen.
Die paläozänischen und eozänischen
Böden im Indik zeigen, dass die ganze Kontinentalmasse von Austral-Asien, nach
Osten hin und weg von der Ninety-East-Ridge, abgebogen wurde. Das eozänische
Dreieck, in der nordöstlichen Ecke des Indik, erlaubt keine andere Möglichkeit.
Der Tephro-Chronologie entsprechend könnte diese Ostwärtsabbiegung vor etwa
42,7 Millionen Jahren geschehen sein. Dieses Datum von 42,7 Millionen Jahren wurde von der
Tephro-Chronologie her einer großen tektonischen Aufwälzung am
Ninety-East-Ridge entlang zugeschrieben. (Siehe Jonathan Dehn, <http://www.aist.go.jp/GSJ/~jdehn/research/diss.htm>.
Die Kontinental-Kante, welche die Ninety-East-Ridge
Narbe, die längste gerade Linie auf dem Globus, hinterließ, konnte ursprünglich
nur durch eine nord-südliche Streckung gerade gezogen worden sein. Während die
austral-asiatische Kontinental-Einheit dann gegen Osten abgebogen wurde, stellte
die west-östliche paläozänische Dehnspalte ihre weichen Kanten zur Verfügung.
Dieser Dehnspalte entlang waren alle älteren südlichen Meeresböden, bis hinauf
zum Paläozän—der Mantelausdehnung entsprechend—miteinander nach Nordosten hin
abgezogen. Auf einer Skizzenkarte bringen wir etliche von diesen wieder an
ihren vorherigen Ort zurück.
Die gewinkelten Schichten aus der Kreidezeit scheinen
hier zerbrochen und in einander geschoben zu sein, zu sehr, um jetzt ganz
bereinigt werden zu können. Wir werden eben diesen Zustand im Gedächtnis
behalten und Australien ganz grob an seinen früheren Platz zurückholen. Von der anderen Seite des Globus her
bringen wir die Spitze von Südamerika zurück in die Bucht von Australien. Damit
haben wir dann den erdumfangenden Gürtel, aus vier Kontinenten bestehend,
wieder rekonstruiert.
Die pazifische Rundung hatte sich im
Laufe der Zeit derart ausgedehnt, bis der zusammenhängende Gürtel von vier
Kontinenten [Australien, Asien, Nordamerika und Süd-amerika] zu einem großen
Kreis um den Planeten herum ausgestreckt wurde. In diesem hoffnungslos
gestreckten Zustand war der Gürtel früher oder später zum Abreissen bestimmt.
Das weltweite eozänische Ereignis wurde ausgelöst, als endlich Australien und
Südamerika auseinander schnalzten (sich
los-schnellten oder unter Spannung abrissen).
Die Flachheit einer Karte eignet sich schlecht, um die
Dynamik der sich ausdehnenden Sphäre zu illustrieren. Indem wir uns jetzt einem
etwaigen paläozänischen Globus zuwenden, sind wir in der Lage, das eozänische
Ereignis uns vom Indik her anzusehen. Als Australien die Spitze von Südamerika
losließ, da kam das eozänische Ereignis im Indischen Ozean in vollen Gang. Die
Antarktisplatte schwang langsam in den Indik, von unten her. Die Fortsetzung
vom Oligozän bis zum gegenwärtigen Globus geschah als eine mehr oder weniger
gleichmäßige Ausdehnung. Achten Sie an diesem Punkt bitte auf die notwendige
Lockerung in Ostasien, die auf Grund des Auseinander-Schnalzens im Süden
geschieht. Sie wird den Stoff für unseren nächsten Abschnitt liefern.
Während ich nun innerhalb einer Minute
die Entwicklung im Indik abspiele, werde
ich nur die Namen der entsprechenden Epochen nennen: Jurazeit, Untere
Kreidezeit, Obere Kreidezeit, Paläozän, Eozän, und Oligozän bis hin zur Jetztzeit.
Das eozänische Ereignis den Randmeeren Asiens entlang
Nun bringen wir unsere Kamera über den
nordöstlichen Pazifik und schauen gegen Westen. In weit-winkeliger Sicht sehen
wir die Randmeere Ostasiens, die sich vom philippinischen Meer bis zur Bering See
im Norden hinstrecken. Diese ganze Breite wurde vom eozänischen Ereignis total
verändert. Alle ostasiatischen Randmeere, vom philippinischen Meer bis hinauf
zur Bering See, wurden während des Eozäns auseinander gezogen.
Das philippinische Meer wurde schon während des Paläozäns
eröffnet. Ein Band von paläozänischem Meeresboden erschien hinter dem Bogen aus
dem die Marianen-Inseln entstanden. Dann, während dem Eozän, wurde dieses Band
im philippinischen Meer von einer nach Nordwesten laufenden Dehnspalte aufgeteilt.
Der große Rückzug des ostasiatischen
Festlandes wurde vom Bruch des aus vier Kontinenten bestehenden Erdgürtels
ausgelöst. Als Australien von der Spitze Südamerikas abriss, wurde Ostasien von
der erd-umarmenden Spannung, die sich seit der Jurazeit immerfort verstärkt
hatte, befreit. Die Landmasse Asiens entspannte sich und zog sich nach
Nordwesten zurück. Ostasien hinterließ einen Streifen von Inselbögen, der von
den Philippinen bis hinauf nach Alaska reicht.
Auf dem sogenannten „Festland“ selber
gab es auch Änderungen. Wenn man die allgemeine Topografie Asiens überblickt,
dann wird klar, dass sich die vielen Gebirge dort nicht einfach als friedliche
Randerscheinungen des sibirischen Kratons erklären lassen. Es sieht aus, als ob
da vom Südosten her zusätzlich eine Spannung gelockert wurde. Doch während
dieser Lockerung kam trotzdem das Magma, das zur Hochhebung dieser Gebirge
nötig war, aus der Gesamtwölbung und der Asthenosphäre des Kontinenten—von
unterhalb der Moho. Ein kleiner
Kraton, das Tarim Basin, wurde eingezwängt und tiefgedrückt, während gleich
daneben die Giganten des Himalayas zum höchsten Gebirge der Welt hochgehoben
wurden. Als nächster Trog, weiter südlich, erscheinen dann die Indus und Ganges
Ebenen. Sie liegen vor dem Himlaya-Gebirge so, wie in kleinerem Maßstab, die Po
Ebene den Alpen vorliegt.
Ein runder Kontinent
Wenn die Mantelausdehnung einen ersten
Kontinenten aus der Kruste eines Planeten heraus-schälen möchte, was wäre
dessen Umriss? Wie würde der
aussehen? Vor etwa einem
Viertel-Jahrhundert habe ich den Schluss gezogen, dass er rund sein dürfte. Dann, im Jahre 1998,
unternahm ich eine Serie von Ballon-Reiss-Experimenten.
Hier sind einige Proben von typischen ersten
Flecken, die bei diesen Reiss-Versuchen entstanden sind. Um das Reissen der
Versuchsballone zu verlangsamen, habe ich eine zweite Haut als Futter
eingelegt—so dass der nach außen strebende Expansionsdruck in eine horizontale
Expansions-Spannung der Oberfläche entlang umgewandelt wurde. Später habe ich
noch eine weitere, durchsichtige Ballonhaut oben darüber gestülpt um die
Ergebnisse zwischen den Ballonschichten abzufangen. Die Gesamt-Resultate
zeigen, dass es vernünftig ist einen abgerundeten Fleck aus der Haut einer
expandierenden Sphäre zu erwarten, und dass eine tropfenähnliche Ballonform zu
einer ellipsoiden Fleckenform tendiert.
Das jurassische Australien und die jurassische Antarktis
konnten nicht verbunden gewesen sein wie es sich die meisten Erd-Expansionisten
im Rückenwind von Wegener noch denken. Die Rundung der Antarktis ist größer als
die australische Bucht und konnte deshalb nicht aus dieser gekommen sein. Dazu
kommt noch, dass während des Paleozäns und des Eozäns keine Einheiten da waren,
die mit irgend einem Anhalt diese beiden hätten auseinander reissen können.
Kontinente wurden nicht irgendwie als frei wandernde Vagabunden geboren, so wie
Wegener diese sich vorstellte—oder wie viele Mitläufer der heutigen
Plattentektonik sie immer noch gerne in ihren Pangäa-Puzzles herumbewegen
wollen. Es ist eher so, dass auf der
expandierenden Sphäre, schon während der vorkambrischen Zeit, die Ränder der
noch schlafenden Kontinente unten an der Erdkruste vorgeschwächt wurden. Um
horizontales Reissen auf der expandierenden Sphäre zu erlangen, mussten
zäh-zusammenhängende Unterschichten besiegt werden. Auf diese zähen Schichten
beziehen sich die Bezeichnungen „Asthenosphäre“ und „Mohorovičić
discontinuity“ (kurz „Moho“).
Vom Erhalt eines ersten runden Kontinenten
ist es nur ein kleiner Schritt sich die expandierende Öffnung vorzustellen aus
welcher die Antarktis sich herausgeschält haben mag. Während der pazifische Ozean aufriss, hat er fortwährend
das Spannungs-Muster der zähen Unterlage umgestaltet, das heißt, er hat die
Spannungsrichtungen, welchen entlang die andern Ozeane aufgerissen wurden,
laufend beinflußt.
Jeder frische Riss in der Erdkruste hat seine Richtung
von wo anders her erhalten. Während mit der Zeit die Antarktis in Form einer
“9” losgerissen wurde, so wurde der Atlantische Ozean als ein schlankes “S”
nach Süden hin geschlitzt. Der Indik wurde dem östlichen Afrika entlang nach
Norden hin aufgerissen, und für eine Weile schien er die Form eines geraden “I”
anzunehmen (später aber die Form eines “λ”). Natürlich beziehen sich alle
Richtungen in dieser Abhandlung auf einen jetzt-zeitigen Globus.
Der Atlantik und der Indik haben, jeder für sich, jeweils
im Norden, von Süden her gesehen, eine große V-förmige Halbinsel ausgerissen.
Sogar das kleine Rote Meer hat für sich, im Norden, die dreieckige Sinai-Insel
gerissen. Unter den drei großen Aquatorial-Meeren fehlt nur dem Pazifik dieses
dreieckige Stück im Norden, weil dieser Ozean eben rund gerissen wurde.
Derzeit bin ich zu dem Schluß gekommen, dass der Pazifik
und der Antarktische Ozean zusammen eine Einheit darstellen. Als Ganzes
betrachtet hat dieser größte aller Ozeane sich hauptsächlich in der südlichen
Halbkugel ausgeweitet, und dabei hat er dann vom Süden her auch noch den
Atlantik und den Indik ausgeweitet. Obwohl der Pazifik/Antarktik für sich keine
gewinkelte Halbinsel im Norden ausgerissen hat, so hat er doch in sich selber
drei V-förmige Kontinente vorzuzeigen. Ursprünglich sind die Kaps von Afrika
und Südamerika, sowie der Schweif der Antarktis, alle in die gleiche Richtung
gerissen worden, nämlich, der Bucht von Australien entgegen. Sechs V-Formen,
alle in die gleiche Richtung zeigend, empfehlen zusammen ein einheitliches
Spannungs-Prinzip. Dieses Prinzip, so schlage ich vor, ist im globalen
Zusammenhang mit den erd-umfassenden jurassischen drei „Riemen“ und dem danach
noch übrig-gebliebenen und aus vier Kontinenten bestehenden „Gürtel“ zu
verstehen.
Das Lesen der Isochronen
Seit der Entdeckung von magnetischen
Streifen und der Anfertigung von chronologischen Ozeankarten, ist die
Alterslinie, die den runden Pazifik von oben nach unten hin teilt, zum
Haupträtsel geworden. Die westliche Hälfte ist älter und enthält Böden von der
Jurazeit bis zum Paläozän. Die östliche Hälfte ist jünger und enthält
eozänische Böden bis hin zur Jetztzeit. Die Neuformulierung des Rätsels ist
deshalb: Wo war die Dehnspalte des Pazifik seit der späteren Jurazeit—von 180
bis 43 Millionen Jahren? Einige
Wissenschaftler haben vorgeschlagen, dass es gar keine Dehnspalte gegeben haben
mag. Doch wenn dies der Fall ist, dann widerspricht der Pazifik allem, was wir
über das symmetrische Ausweiten der anderen Ozeane gelernt haben. Während eine
Dehnspalte in dem sich ausrundenden Pazifik nicht immer gerade oder beständig
sein konnte, so scheint es doch, dass eine dominierende Dehnspalte über die
ganze Zeit hin gegenwärtig sein musste, bis hin zur Absonderung einer ganzen
tektonischen Platte. Bei dieser Absonderung haben sich dann zwei Dehnspalten im
östlichen Pazifik vereinigt. Die Richtung der Dehnspalte musste eben im Laufe
der Zeit um die Rundung des vom Pazifik ausgeschälten Kontinenten herumkommen.
Das heißt, dass die Richtung des Reissens sich ändern musste. Die pazifischen
Dehnspalten haben sich genau so kurzlebig erwiesen wie es der seefahrende Henry
William Menard immer vermutet hatte.
Nach dem Eozän hat die mittlere Dehnspalte des Pazifik
radikal ihren Platz geändert; von Mexiko nach Süden hin hat sie sich allmählich
mit einer Küsten-Dehnspalte, welche Südamerika entlang lief, vereinigt. Doch
diese zwei Spalten konnten sich nicht vereinigen ehe zwischen ihnen eine ganze
Platte nach Süden hin abgerutscht war, ähnlich der Bewegung von Madagaskar im
Indik, zwei Epochen früher. Die östliche Hälfte des älteren Pazifik wanderte
nach Süden, als eine tektonische Platte, welcher der Kontinent Antarktis
einverleibt war.
Wie die andern Kontinente, so hat auch die Antarktis
bestimmte Ozeankrusten angesammelt. Sie ist gegen die Mitte des alten Pazifik
hin gewachsen. Und wie alle anderen Kontinente, die in der frühen jurassischen
Kruste noch schliefen, wurde sie schon einige hundert Millionen Jahre früher
vorgeritzt durch Spannfalten und Expansionsreibung. Im Osten war die Platte
lange Zeit umarmt von den beiden amerikanischen Kontinenten. Südamerika wurde
von der zähen Unterschicht mit Australien zusammengehalten, mitsamt dem ganzen
erdumschlingenden Gürtel von vier Kontinenten.
Welche empirischen Daten gestatten uns
nun, die Antarktis aus dem pazifischen Raum her abzuleiten?
Erstens: Den ältesten Flecken von
jurassischem Ozeanboden findet man im nordwestlichen Pazifik. Ein jurassischer
Streifen von passendem Ausmaß liegt (den
Isochronen-Karten gemäss) ebenso der
Antarktis entlang. Beide Flecken liegen ihrer Neigung entsprechend so, dass es
möglich ist, die Antarktis von dort her beginnend abzuleiten. Diese zwei
jurassischen Teile wären somit durch Meeresverbreiterung während der Kreidezeit
auseinander gedriftet, das heißt, durch das Fortleben der jurassischen
Dehnspalte während der Kreidezeit.
Zweitens: Wenn man den Umriss der
Antarktis betrachtet, dann findet man, dass sie nicht nur in den runden Pazifik
hineinpasst, sondern ebenso in den auffallend aktiven “Ring des Feuers.” Die Konturen des Pazifik und die
Gewalterscheinungen im Feuerring sind formengemäß miteinander verbunden. Beide
haben auch die 9er-Form des Kontinenten „Antarktis.“ Das unregelmäßige Ausschauen von Austral-Asien, das die
Anfangskurve für die “9” darstellt, braucht entwicklungsgemäß nicht als eine Unregelmäßigkeit
beurteilt zu werden. Diese Gegend ist gegenwärtig unter weniger verdrehter
Spannung als sie es während der Kreidezeit und während des Paläozäns war. Dazu
kommt noch, dass die Antarktis bis heute noch nicht über die Türschwelle ihres
Heimatraums hinaus gekommen ist, das heißt, über die Öffnung zwischen
Australien und Südamerika.
Drittens: Zusätzlich zu der Kontur des
Pazifiks und des Feuerrings kann man heutzutage die Fingerabdrücke der
Expansion auch an Hand von magnetisch etablierten Isochronen betrachten.
Aufeinanderfolgende Isochronen geben uns regelmäßig, seit der Jurazeit, die
9-er Form der Antarktis-Herausschälung in der korrekten Haltung wieder. Sie
helfen uns die Dehnungsfolge bis zur Gegenwart zu verfolgen. Der Feuerring
umrandet noch immer die ursprüngliche Narbe, nämlich, die „Gebärmutter-Wunde“
aus welcher die runde Antarktis im Laufe von etwa 140 Millionen Jahren
herausgeschält und abgesondert wurde.
Viertens: Während des frühen Eozäns hat
Südamerika seine Umklammerung der tropfenförmigen Antarktisplatte gelockert.
Die eozänischen Ozeanböden, die mit dieser Lockerung den amerikanischen Küsten
entlang entstanden sind, zeichnen sich deutlich auf der Isochronenkarte ab.
Diese eozänischen Flecken lassen sich ohne den Abzug der tropfenförmigen
antarktischen Platte kaum erklären. Sie sind zu kurz um für den langen
mittelozeanischen eozänischen Streifen, auf der andern Seite der Dehnspalte,
als ein Gegenüber gelten zu können. Der nord-westlichen Küste von Nordamerika
entlang sprang die Antarktisplatte etwas später los, und ihrer Bahn entlang
nach Süden hat sie dann einiges von den früheren eozänischen Böden ausgelöscht. Der Mitte des Pazifik entlang begannen
die Ozeanböden des frühen Eozäns, des Paläozäns und der Oberen Kreidezeit, sich
schwappelig nach Osten hin aus-zubreiten.
Ihre Epochenstreifen erweiteten sich nach Osten hin wie
wenn der Ozean eine Schüssel von Gelatine darstelle. Für eine geraume
Zeitspanne war im Osten keine Dehnspalte nötig—bis dann die Erdausdehnung den
Verkrustungs-Vorgang aufgeholt und die “Gelatine” ihr tektonisches
Gleichgewicht wieder gefunden hat. Oder, um das Gleiche ohne die Metapher zu
sagen: Im Laufe von 43 Millionen Jahren hat der östliche pazifische Raum
notwendigerweise zuerst sich zugeklemmt, und danach, nachdem globale Expansion
die vorhandenen weichen Flächen wieder aufgeholt hatte, sich einer frischen
komprimierten Dehnspalte bedient.
Ein seltener kontinentaler Zusammenstoß
Es sind da noch deutliche Spuren eines
kontinentalen Zusammenstoßes in den die Antarktis verwickelt wurde. Aus der
chaotischen Topografie am Boden der Scotia See scheint es, als ob die Antarktis
sich dort mit fahrlässiger Geschwindigkeit eingedreht hat, von wo anders
herkommend. Sie stauchte auf und hat einen bedeutenden Brocken aus dem Kap von
Südamerika heraus-genommen. Der kurz vorherige
Abzug Australiens gestattete Südamerika keine Zeitspanne, um sich eine
verstärkte Ozeanboden-Umrandung ankrusten zu lassen, welche den Aufprall hätte
abpolstern können.
Vor sieben Jahren (1996), als ich diesen Zusammenstoß zum
ersten Mal animierte, da verband ich die Drehrichtung der Platte direkt mit dem
darauf folgenden Zusammenstoß. Weil der Kontinent sich gegen die
Uhrzeigerrichtung ins südliche Meer eindrehen musste, um zu seiner gegenwärtigen
Neigung zu gelangen, so schien es als ob auf diese Weise Südamerika von der
Antarktis „angebissen“ wurde. Als ich das Video zum letzten Mal durcharbeitete,
hatte ich zwar die entscheidende topografische NOAA-Karte von 1994 zur Hand,
doch waren meine Animationen schon früher ohne deren Einfluß hergestellt
worden. Bei genauerem Hinschauen sieht man nun, dass der Zusammenstoß nicht der
Eindrehung der Antarktis wegen geschah, sondern von einem direkten Aufprall von
Südwesten her verursacht wurde, aus der gleichen Richtung kommend, in welche
die Antarktis sich jetzt wieder zurückzieht.
Mit Wucht hat die Antarktisplatte gegen
Osten hin die Wulst der Sandwich Inseln aufgeschoben. Bis hinaus zum Islas
Orcadas Rise wurde die Kruste angehäuft, das ist, über die ganzen
west-atlantischen Böden der Kreidezeit und des Paleozäns hinweg. Bei ihrem
Rückzug hat die Platte hinter der Sandwich Wulst einen Tiefseegraben
aufgezogen, und hat vor der Wulst noch eine aktive Dehnspalte zuwege gebracht.
Zudem erlitt beim Zusammenstoß die ganze Breite der Zehe Südamerikas einen
Durchbruch der nach Norden hin verläuft. Den ganzen Nordrand entlang ist eine
Verschiebung zu sehen.
Wenn aber die Antarktis nicht durch ihr
eigenes Eindrehen diesen Zusammenstoß verursacht hat, welcher Bewegungskraft
darf man diesen kontinentalen „Unfall“ dann zuschreiben? Die Zeit ist nun
gekommen, dass ich über die Geschehnisse zwischen Australien und der Antarktis
etwas Genaueres aussagen muss. Es geht dabei nämlich um ein Datierungsproblem
auf den pazifischen und antarktischen Isochronenkarten. Schon im Jahre
1998 bin ich über diesen Punkt, während einer halb-öffentlichen E-mail Debatte,
mit James Maxlow in einen Streit geraten. In meiner Schrift vom Jahre 1999 habe
ich versucht, die fragwürdigen Stellen auf meiner Pazifik-Karte mit
höflich-englischen Fragezeichen auszustatten. Jedoch mein jetziger Vortrag, für
die Theuern-Konferenz, wurde zuerst auf Deutsch geschrieben, und auf Deutsch
bedeuten diese Fragezeichen ein klares „Unmöglich!“
Beim eozänischen Ereignis hat sich Australien von Südamerika abgetrennt und ist hinter Böden aus der Kreidezeit hochgeschnalzt. Rikoschettierend lehnte es sich dann gegen Osten, der Leere entgegen, die eben durch den Abzug der Antarktis zustande gekommen war. Australien drückte dabei die Meeresböden der Kreidezeit an den nackten Rücken der Antarktis hinan und schob, alles zusammen, gegen das Kap von Südamerika. Die bestrittenen Epochenstreifen, die auf der Karte als paläozänisch und eozänisch koloriert sind, können deshalb nicht älter als oligozänisch sein. Die Scotia See wurde im gl